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Querelle und Co

Bei diesem Bild musste ich sofort an Jean Genet und das Personal seiner Romane denken. Die schwulen Ganoven, Diebe und Zuhälter in seinen Werken habe ich mir immer genau so vorgestellt: viril, verwegen, proletarisch - und attraktiv auf ihre ganz eigene kernig-raue Weise. Keine parfümierten und eleganten Gentleman-Gangster, sondern allesamt gesellschaftliche Randexistenzen, die sich mehr schlecht als recht durchs Leben lavieren und dabei aus ihrer Homosexualität keinen Hehl machen. Verklausuliert wird da in den Büchern wenig. Die Sprache Genets ist teilweise so direkt und explizit, dass zum Zeitpunkt des Entstehens der Werke, die vierziger und fünfziger Jahre des letzten Jahrhunderts, eine Veröffentlichung problematisch war. Wenig geholfen haben wohl auch die sadomasochistischen Einschläge, die seine Geschichten durchziehen. Aber Gott sei Dank haben die Zeiten sich ja geändert. Heute kann sich jeder Interessierte mit Genets Werk auseinandersetzen und seine große Könnerschaft als Autor bewundern. Und von schwulen Kriminellen träumen, die so aussehen, wie der Kerl auf diesem Foto oder Brad Davis in der Querelle-Verfilmung von Fassbinder. Ziemlich gut also.


 

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